"Wichteleshöhle" Muschelkalkfelsen (ND-06583)

Schon im Jahre 805 wird der Name Mündling erwähnt, als ein gewisser Christian dem Kloster Lorsch bei Mainz die dortige St.-Johannes-Kirche schenkte. Von einem zwischen 1190 und 1365 dort auf einer Burg ansässigen Ortsadel werden mehrere Vertreter urkundlich erwähnt. 1190 schenkt Mangold IV. von Donauwörth den Kirchensatz von Mündling dem Kloster Heilig Kreuz in Donauwörth. 1226 übereigneten Kaiser Friedrich II. und König Heinrich VII. diesen Kirchensatz dem Kloster nunmehr als freies Eigen. Die Grundherrschaft war auch in Mündling geteilt zwischen dem Grafen von Graisbach, auf die 1342 die Herzöge von Bayern folgten, und dem Kloster Kaisheim. Von 1505 bis 1808 gehörte Mündling zu Pfalz-Neuburg.

Lage: Der Weißjurafelshügel (Malm Delta) mit der Höhle liegt etwa 1,5 km östlich von Mündling. Von Harburg (Schwaben) aus fährt man auf der DON 24 in Richtung Sulzdorf. Nach dem Queren der Bahnlinie erreicht man rechts einen Parkplatz als Ausgangspunkt für den Spaziergang zur Höhle. Von diesem angegebenen Parkplatz (N48°47.632 E10°46.026) kann man über eine Holzbrücke in den Wald gelangen (Vorsicht: Straße) und dann führt ein fast unscheinbarer Wanderweg bis zur Höhle.

GPS-Ortung:        N: 48°47´45"; E: 010°45´49"; Höhe: 525 m ü. NN
Aufgenommen:    April 2004
Eigentümer:         Stadt Harburg (Schwaben)
Schutzstatus:       Naturdenkmal - Felsen (ND-06583)

Beschreibung: Die Wichteleshöhle ist eine durch Verkarstung entstandene Höhle am Westhang des Gerlesbergs zwischen Mündling und Sulzdorf. Es handelt sich dabei um eine durch Verkarstung entstandene Höhle die zu klein ist, um einen Menschen darin aufrecht stehen zu lassen.  Ausformung und Größe der Höhle regte die Phantasie der Menschen an und so bekam sie ihren Namen.
 Mehrere kleine Auskolkungen weisen darauf hin, dass das lockere Gestein der Schwamm-Algen-Raffazies angehört, die genügend Hohlräume mit locker geschichtetem Kalkschuttmaterial aufweist und leicht durch Wässer ausgeräumt werden kann. Laubwald und Buschwerk haben den Ort sehr stark überwuchert.
1922 fand der Nördlinger Apotheker Frickinger bei Grabungen Gewandnadeln, Tonscherben und Knochenpfrieme.
Laut einer Sage soll zudem von der Höhle ein unterirdischer Weg nach Sulzdorf zu einem Wirtshauskeller geführt haben. 


Analyse:
Bedeutung: Ausformung und Größe dieser Höhle regten die Phantasie des Menschen an und gaben ihr diesen Namen
Kulturlandschaftlicher Wert: gering – mittel
Erhaltungszustand: gut


Literaturhinweis:
Schön, Kathrin:  Historische Kulturlandschaft im Nördlinger Ries - LfU-Bayern