Zwei Kapellenlinden (ND-06582)

Schon im Jahre 805 wird der Name Mündling erwähnt, als ein gewisser Christian dem Kloster Lorsch bei Mainz die dortige St.-Johannes-Kirche schenkte. Von einem zwischen 1190 und 1365 dort auf einer Burg ansässigen Ortsadel werden mehrere Vertreter urkundlich erwähnt. 1190 schenkt Mangold IV. von Donauwörth den Kirchensatz von Mündling dem Kloster Heilig Kreuz in Donauwörth. 1226 übereigneten Kaiser Friedrich II. und König Heinrich VII. diesen Kirchensatz dem Kloster nunmehr als freies Eigen. Die Grundherrschaft war auch in Mündling geteilt zwischen dem Grafen von Graisbach, auf die 1342 die Herzöge von Bayern folgten, und dem Kloster Kaisheim. Von 1505 bis 1808 gehörte Mündling zu Pfalz-Neuburg.

Lage: Auf einer kleinen Anhöhe, ca. 1 km südlich von Mündling, stehen am Rande eines viel besuchten runden Platzes 2 Linden, gegenüber steht eine Kapelle „Zur heiligen Familie“, die häufig besucht wird.

GPS-Ortung:         N: 48°47´34"; E: 10°44´47"; Höhe: 527 m ü. NN
Aufgenommen:     April 2005
Eigentümer:          VG Harburg (Schwaben)
Schutzstatus:         Naturdenkmal - Baum (ND-06582)

Beschreibung: Die Winterlinden haben in Brusthöhe gemessen einen Umfang von 4,13m bzw. 2,50m. Beide Bäume sind schon stark beschädigt und weisen eine Reihe von Totholzästen auf. Den runder Platz vor der Kapelle umgeben weitere Bäumen, v.a. Linden und Gebüsch.
Auf der Anhöhe sind einige dolomitisierte Jurafelsbrocken zu finden (Weißjura Delta).

 Bedeutung:
Kulturlandschaftlicher Wert: hoch
Erhaltungszustand: sehr gut, Platz wird noch heute viel besucht.

Über die Entstehung der Kapelle  „Zur heiligen Familie“ oder auch "Grotte" genannt, wird folgendes berichtet:
Im Jahre 1891 sei in einer Nacht der Pfarrer an das Krankenbett eines Dorfbewohners gerufen worden. Als er wieder bei großer Finsternis nach Hause gehen wollte, war im Bereich der "Lug", also an der Stelle wo heute das Naturdenkmal ist, eine Nebelwand aufgezogen, so dass eine weitere Orientierung unmöglich war. In seiner Not, den Weg nicht mehr zu finden, bekam der Pfarrer große Angst, da er fürchtete beim Weitergehen in die Tiefen eines nahen Steinbruchs (heute aufgefüllt) zu fallen. In seiner Not betete er und gelobte eine Kapelle zu errichten, falls er heil aus dieser schlimmen Situation heraus käme. Da lichtete sich der Nebel und er konnte den Weg sicher nach Hause fortsetzen. Kurz darauf löste er das Gelöbnis ein.

Literaturhinweis:
Schön, Kathrin:  Historische Kulturlandschaft im Nördlinger Ries - LfU-Bayern