Anhauser Weiher, OT Bühl (ND-06553)

Der Ortsname Bühl stammt vom althochdeutschen "buhil", das bedeutet Hügel, auf dem sich in der Dorfmitte Kirche und Friedhof befinden.

Lage: Von Donauwörth über Harburg kommend biegt man bei Hoppingen von der B25 ab auf die Staatsstraße 2221 nach Oettingen (Bayern). Bei Wörnitzostheim verlässt man die St 2221 und biegt nach rechts ab auf die DON 15 bis zum Kreisverkehr nach der Ortschaft Wörnitzostheim. Zwischen dem Schwalbach bei Bühl und dem Bokusbach bei Rudelstetten liegt am Waldrand der Weiher.

Der Anhauser Weiher, ein ehemaliger Fischweiher, ist als ND ausgewiesen. Zwischen 1983 und 1987 wurde er vom Rieser Naturschutzverein und der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried erworben. Gezielte Renaturierung mit technisch aufwendigen Entlandungsmaßnahmen wurden durchgeführt. In Zeit und Umfang wohldosiertes Ablassen des Wassers im Herbst hat zur nachhaltigen Korrektur des Fischbestandes beigetragen und auch das Monitoring hat der Wasserqualität und der Flora und Fauna gut getan. 1988 – 1995 erfolgte kein Ablassen des Wasser. Durch diese nur geringe Eutrophierung (Gewässeranreicherung mit Pflanzennährstoffen) wurde eine günstige Wirkung auf den Schilfgürtels erreicht.

Der Anhauser Weiher ist unter Biotop-Nr. 7129-0095 (Feuchtbiotope am Rande des Naturdenkmals Anhauser Weiher) erfasst: mit Streuwiese, Großseggenried, wichtiges Durchzugsgebiet für Limicolen (Watvögel) u.a. Wasservögel. Brutplatz für weitere, an Feuchtgebiete gebundene, z.T. stark gefährdete Vogelarten. Laut Artenschutzkartierung 1980 Vorkommen von Laubfrosch.

GPS-Ortung:       N: 48°50'49"; E: 10°39´22"; Höhe: 410 m ü. NN
Aufgenommen:   März / Juni 2002
Eigentümer:        Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V. und Rieser Naturschutzverein e.V.
Schutzstatus:      Naturdenkmal - Gewässer (ND-06553)

Geschichte:
Der Anhauser Weiher besteht bereits seit dem Mittelalter (17. Jh.) und war offensichtlich sehr fischreich. Der Weiher hat eine wechselvolle Eigentümer- und Nutzungsgeschichte, man weiss, dass sich das Kloster Kirchheim mit Fischen aus diesem Gewässer versorgte. War aber wohl nie in Besitz der Grafen von Oettingen. Bis 1803 war er im Besitz der Reichsabtei Kaisheim (Zisterzienser), danach Weiher und Umlandflächen unter privaten Eigentümern aufgeteilt: Nach dem 2. Weltkrieg war der Weiher fast zugewachsen mit Wasserschachtelhalmen und hunderten von Seerosen, bis dahin war er bedeutender Laichplatz von Erdkröte und Grasfrosch, dann wurde moderne Teichwirtschaft mit Karpfenzucht betrieben mit regelmäßiger Unterwassermahd und jährlichem Ablassen des Wassers (bis 1987).
Das Gesamtgrundstück, auf dem sich der Anhauser Weiher befindet, hat eine Fläche von rund 15 ha. Mit einer Wasserfläche von rund 5 Hektar und 5 ha Verlandungszone handelt es sich um das größte Flachgewässer im Ries. Wasser- und Sumpfvögel finden hier ideale Rast- und Brutstätten, eine interessante Flora ist rings um den See zu finden. Eigentümerin des Gründstücks ist die Schutzgemeinschaft "Wemdinger Ried".
Ganz in der Nähe liegen die Anhauserhöfe. Sie werden bereits im 9. Jahrhundert als Eigentum des Klosters Fulda und seiner Filiale Solnhofen genannt und waren dann später ein ansehnliches Hofgut mit eigener Kirche.


Analyse:

es handelt sich um größtes stehendes Gewässer in der Riesebene mit 5 ha Wasserfläche und 5 ha Verlandungszone  

Bedeutung:
wegen der zahlreichen einzuhaltenden Fastentage waren solche Fischweiher für Klöster von sehr großer Bedeutung, außerdem wurde die Streu der „Ödung“ (Gewässerrand) als Vieheinstreu verwendet.

Kulturlandschaftlicher Wert: hoch
Erhaltungszustand:                      im Verhältnis zum früheren Zustand etwas stark eingewachsen.


Literaturhinweis:
FIS-Natur
Fancelli (2006): 68 f
Frei & Proeller (1983): 62
Greiner (1989): 37 – 48
Greiner (2002): 13 – 19
Greiner et al. (1989): 685 – 688
Rasch (ca. 1967): XXIII
Ruf (2005): 21
Greiner H. Wüst, W.:
Naturkundliche Abendführung an den Anhauser Weiher und…DRK Bd. V, 1980, S. 601-605.
Greiner, H.: Anhauser Weiher, Gemarkung Bühl. In: Natur und Naturschutz im Ries, Heft 4, 1989, S. 37-48.
Schön, Kathrin:  Historische Kulturlandschaft im Nördlinger Ries - LfU-Bayern