Baumgruppe am "Weißen Kreuz" (ND-06637)

Lage: Fährt man auf der B 466 von Oettingen in Bayern nach Nördlingen, findet man in Fahrtrichtung re., nach den letzten Häusern der Stadt und vor dem Sportgelände das Bauwerk mit der Kreuzgruppe und die davor befindliche Baumgruppe.

GPS-Ortung:        N: 48°56´37"; E: 10°35'33"; Höhe: 421m ü. NN
Aufgenommen:     März 2006 / Juni 2020
Eigentümer:          Stadt Oettingen
Schutzstatus:        Naturdenkmal - Baumgruppe (ND-06637)

Über die Geschichte dieses Natur- und Kulturdenkmals am Stadtrand von Oettingen ist in der Öffentlichkeit nichts bekannt. In den "Kunstdenkmälern von Schwaben", Ausgabe 1982, wird das "Weiße Kreuz" auf Seite 414/415 als "Kalvarienberg" aufgeführt. An Stelle zweier Sühnekreuze ist in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts das Bauwerk des Kalvarienbergs errichtet worden. Hinter drei hohen Halbkreisbogenarkaden ist ein schmaler Innenraum eingerichtet, der eine Kreuztragung, bestehend aus 3 Holzkreuzen mit lebensgroßen Figuren, aufweist. Ursprünglich sollen in den über den Rundbögen liegenden 3 Flachbogenblendfenstern Wandfresken gewesen sein.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox).                                 Bildansichten 2020    

Vor dem mächtigen, kapellenartigen Gehäuse mit Arkaden und Walmdach, steht ein kleines, weißes Kalksteinkreuz, ehemals waren 2 Steinkreuze vorhanden (eines ist 1945 verloren gegangen).  Dieses spätmittelalterlich Relikt versteckt sich in einer Hecke , ragt 85 cm aus dem Boden. Auffällig sind  napfartige Vertiefungen am Kreuz, entstanden möglicherweise durch Entnahme von Steinmehl zu "Heilzwecken".


Analyse:
Kapelle in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts anstelle von zwei Sühnekreuzen errichtet, außerdem war noch ein weiteres Sühnekreuz vorhanden
Bedeutung: möglicherweise Station bei Flurumgängen und Prozessionen oder auch Weg- und Orientierungspunkt wegen der Lage, landschaftsprägend wegen Mächtigkeit, bildet mit Bäumen des ND ein beachtenswertes Ensemble
Kulturlandschaftlicher Wert: hoch
Erhaltungszustand: sehr gut, Wandfresken fehlen

Literaturhinweis:
Gröber, K. und Horn, A.: Die Kunstdenkmäler von Bayern, hier: Von Schwaben, Bd. 1, Bezirksamt Nördlingen, München 1938, Nachdruck 1982, S.414-415.
Schön, Kathrin:  Historische Kulturlandschaft im Nördlinger Ries - LfU-Bayern