"Kräuterranken", Heroldingen ST Harburg (ND-06591)

Heroldingen: Nach der Vertreibung der Römer hatte vermutlich ein Alamanne Herigolt eine Niederlassung gegründet, die sich im Laufe der Zeit zu einem noch vor einigen Jahrhunderten stets Hergoldingen, jetzt Heroldingen genannten Dorf entwickelte. Die älteste Urkunde, in der dieses Dorf erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1193; sie nennt unter den Zeugen einer Verhandlung einen Rumholt und einen Otto de Hergoltingen. Als spätere Besitzer nennen die Quellen einen Otto von Wöllwart, der zwei Sölden und einige Äcker der Kirche von Schrattenhofen schenkte gegen die Verpflichtung, die Brücke in Stand zu halten (Weng und Guth: Das Ries), die Edlen von Lierheim, die viele Güter dieses Ortes besessen zu haben scheinen, den Nördlinger Patrizier Friedrich Töter, der 1350 dort von einer Agnes von Rechberg bedeutendes Besitztum erwarb, und seine Witwe Anna, die 1393 den ganzen Besitz an die Grafen von Oettingen weitergab als Tauschgabe gegen die Schwallmühle und einige Untertanen in Baldingen und Ehringen. Um das Jahr 1760 gab es in Heroldingen außer den 46 oettingischen Untertanen des Oberamts Alerheim nur mehr zwei Höfe des Klosters Kaisheim, drei des Klosters Heilig Kreuz und einen, die Mühle, der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach.

Lage: An der Straße von Harburg nach Heroldingen, entlang der Wörnitz liegt rechts unmittelbar vor den ersten Häusern der Ortschaft dieses ND.

GPS-Ortung:       N: 48°48´24"; E:010°39´11"; Höhe: 435 m ü. NN
Aufgenommen:    Juli 2004
Eigentümer:         Heinrich Seiler
Schutzstatus:        Naturdenkmal - (ND-06591)

Ein ganz besonderer Magerrasen – der Kräuterranken
Am Heroldinger Kräuterranken treffen verschiedene Lebensräume aufeinander: lichte alte Wälder, bunte Waldsäume und Kalk-Magerrasen. Zahlreiche Insekten- und viele seltene Pflanzenarten sind hier anzutreffen. Der Kräuterranken ist Bestandteil des LIFE+Natur-Projektes Heide-Allianz.

 

Am Südostrand des Rieskessels steigt am linken Ufer der Wörnitz steil der „Kräuterranken“ empor, der in seinem dichten Laubwald manche in unserer Gegend seltene Pflanze birgt und deutliche Randwälle zeigt, die es erklärlich machen, dass seine Hochfläche noch heute „auf der Burg“ heißt. Diese Wälle sind keine mittelalterlichen Baureste, sie sind vielmehr verfallene Mauern einer Siedlung der frühen Hallstattzeit. In der Ebene, auf den Kalbäckern, fanden sich ebenfalls Wohnstätten und Gräber aus verschiedenen Perioden der Vorgeschichte. Auch Mauerstücke von römischen Bauten haben sich in Heroldingen an einigen Stellen, nämlich auf der oberen Eisengewand und am Heuweg, gefunden, darunter sogar Pfähle einer Brücke; und die Römerstraße, die sich von Großsorheim gegen Munningen zog, bildet gerade auf dem Grunde des Dorfes einen rechten Winkel.