Bergkegel "Rauhe Birk", ST Ebermergen (ND-06589)

Ebermergen verdankt seinen Namen - dessen Form im 12. Jahrhundert Ebermaringen lautete - wahrscheinlich einem alemannischen Ansiedler namens Ebermar. Er findet sich schon 1190 in einer Urkunde des Augsburger Bischofs Udalskalk, in der unter den anwesenden Priestern ein Wilhelm Ebermaringen erwähnt ist. Das Patronatsrecht der alten, weit ausgedehnten Pfarrei fiel 1328 von den Söhnen des Reichsammanns Reinward durch Kauf an Oettingen, 1364 ebenfalls durch Kauf an die Komturei Mergentheim des Deutschen Ordens, die es mit dem großen Zehnten später an die Komturei Donauwörth abgab, bei welcher es auch nach seiner ersten Protestantisierung (1540) noch lange Zeit geblieben ist.

Lage: Unmittelbar am Parkplatz der B25, zwischen Donauwörth und Harburg, östlich von Ebermergen erhebt sich der Bergkegel "Rauhe Birk".

GPS-Ortung: N: 48°45'13"; E: 10°43´33"; Höhe: 433 m ü. NN
Aufgenommen: Mai 2004
Eigentümer: Stadt Harburg
Schutzstatus: Naturdenkmal - Felsen (ND-06589); Geotop-Nummer: 779A001

Bewertung des Geotops                                   Stand: Mai 2020
Bedeutung Allgemein geowissenschaftlich: bedeutend
Regionalgeologisch:                                           regional bedeutend
Öffentlich:                                                           Exkursions-, Forschungs- und Lehrobjekt
Erhaltungszustand:                                            nicht beeinträchtigt
Geowissenschaftlicher Wert Einstufung*:     wertvoll
* mögliche Einstufungen sind: geringwertig, bedeutend, wertvoll, besonders wertvoll

Die morphologisch markante Malmscholle (Treuchtlinger Marmor) wurde beim Ries-Impact ausgeworfen und stark brekziiert. Die Vergriesungserscheinungen sind an mehreren ehemaligen Abbaustellen rund um die Kuppe zu erkennen. Der Aufschluss liegt ca. 5 km südöstlich des Kraterrandes. Die Rauhe Burg besteht aus steil- gestellten, allochthonen Malm- Kalken des Malm delta. Die Scholle ist stark brecciiert und teils auch vergriest. Der Aufschluss ist stark zugewachsen, hierdurch ist der Zugang zum Aufschluss erschwert.

Kurzbeschreibung des Geotops
Im Steinbruch "Rauhe Birk" östlich von Ebermengen stehen dickbankige, teils zerrüttete Kalksteine der Treuchtlingen-Formation ("Malm Delta") des Weißjura in steil überkippter Lagerung an. Zahlreich finden sich Schwamm-, Brachiopoden- und Echinodermenreste. Die allochthone Scholle soll bis auf das Niveau der Wörnitz in die Tiefe reichen. Aufgrund der Abtragung, der die Scholle umgebenden Bunten Breccie, wurde das Felsmassiv freipräpariert. Es trug einst eine Burg (Birk=Burg), von der heutzutage nichts mehr zu sehen ist.

Geschichten und Sagen:
Vor Jahren wurde bei der Sprengung im Steinbruch an der „Birk“ ein in Trümmer gerissener Steinsarg mit dem Skelett eines Mannes, vermutlich eines Ritters, gefunden. Damit soll sich folgende Sage verbinden: Das auf dem Fels befindliche Schloss soll eines Tages versunken sein. Drei Tage danach war das Krähen eines Gockels zu hören. Ein Bauer, der aus dem Fenster sah, bemerkte einen feurigen Mann, der aus der Richtung der Rauhen Birk kam. Als der Bauer beim Anblick dieser Erscheinung mit einem Schimpfwort reagierte, stand der Ritter plötzlich vor ihm. Der Bauer konnte gerade noch rechtzeitig das Fenster zuschlagen, bevor im „der Geist“ Feuer entgegen sprühte.

Analyse:
diente wohl vor 1366 als Burg, später Steinbruch
Kulturlandschaftlicher Wert: hoch
Erhaltungszustand: weithin sichtbar, von Burg nur noch sehr wenige Mauerreste erhalten, Steinbruch noch sehr gut sichtbar

Literaturhinweis:
Sponsel, Wilfried; Steger, Hartmut: Vergangene Burgen und Herrensitze, Eine Spurensuche im Blickfeld des Rieses; Satz und Grafik Partner GmbH, Augsburg, 2004.
Landesamt für Umwelt (LfU) Bayern; Kartierung Pösges / Barfeld 2007

Schön, Kathrin:  Historische Kulturlandschaft im Nördlinger Ries - LfU-Bayern