Rain am Lech

Die erste Erwähnung der Stadt Rain in einer Urkunde des Klosters Niederschönenfeld datiert von 1257, sie wird dort als „civitas nostra“, als herzogliche Stadt, bezeichnet. Mit großer Wahrscheinlichkeit verdankt Rain seine Gründung zwischen 1248 und 1253 dem bayerischen Herzog Otto II., spätestens aber Herzog Ludwig II. vor 1257. Wesentlich für die Stadtgründung dürften wirtschaftliche und strategische Gründe wie die Sicherung des Herzogtums Bayern nach Nordwesten gewesen sein. Die Stadt Rain nahm den herzoglichen Zoll an der Lechbrücke ein.

Der Salz-, Wein-, Vieh-, Eisen- und Brückenzoll brachte Rain die dritthöchsten Einnahmen innerhalb Bayerns nach Ingolstadt und Friedberg. Sie gingen durch den Landshuter Erbfolgekrieg 1505 verloren. Während des Krieges erfolgte die Gründung von Pfalz-Neuburg, so wurde Rain Grenzstadt in drei Richtungen. Nur in Richtung Süden und Südosten war kein Ausland.

In der Schlacht bei Rain am Lech im Dreißigjährigen Krieg versuchte am 14./15. April 1632 Graf von Tilly mit der bayerischen Armee vergeblich, König Gustav Adolf von Schweden bei Rain den Übergang nach Bayern zu verwehren. Der kaiserliche Feldherr musste sich mit seinen Truppen nach Ingolstadt zurückziehen und starb dort am 30. April 1632 infolge einer Schussverletzung am Bein.

1972 wurde die ursprünglich altbayerische Stadt Rain und ihr Umland schwäbisch und gehört nun zum neuen Landkreis Landkreis Donau-Ries.

Unterpeiching

Unterpeiching ist wahrscheinlich kein echter -ing-Ort aus der Zeit der Völkerwanderung. Vielmehr wurde es erst relativ spät von Oberpeiching aus besiedelt und nach diesem benannt. Erstmals erwähnt wird es erst 1427 als Nydernpuechingen. Als Grundherren ab 1600 werden das Kloster Niederschönenfeld, die Hofmark Sandizell, die Hofmark Pöttmes, das kurfürstliche Kastenamt Rain und das Stemmersche Benifizium Rain aufgeführt.
Bis 1972 gehörte Unterpeiching als selbstständige Gemeinde zum Landkreis Neuburg an der Donau und fiel dann mit der Gebietsreform in Bayern an den Landkreis Donau-Ries. 1978 wurde Unterpeiching in die Stadt Rain eingemeindet.

Staudheim

Früheste Ausgrabungen in der Gegend weisen auf eine Besiedelung bereits in der Jungsteinzeit hin. Wichtige strategische Bedeutung erlangte der südliche Donaurain 233 nach Christus, als die Nordgrenze des Römischen Reiches vom Limes an die Donau zurückgesetzt wurde. Die heutige "Römerstraße" durch Staudheibildete damals eine Hauptroute der Römer entlang der Donau. Der Lech-Donau-Winkel gehörte zur römischen Provinz Rätien.

Die Gründung Staudheims als -heim-Ort wird zwischen 650 und 750 durch Baiern vermutet. Erstmals wurde Staudheim 1020 als Stutheim erwähnt, als das Kloster Tegernsee eine Reihe Dörfer an Graf Otto I. von Dießen verlor, da Herzog Arnulf von Bayern für seine bewaffneten Reiterheere gegen die Ungarn Unterhalt benötigte, zahlreiche in Kirchenbesitz befindliche Dörfer säkularisierte und an Lehnsherren vergab. Der Name könnte auf Stuotenheim zurückgehen, was auf ein Gestüt oder Pferdezucht hinweist. In der Folgezeit waren die Besitzverhältnisse zersplittert. Staudheim wurde durch seine Lage im Donautal relativ häufig von Kriegen heimgesucht und oft zerstört.

Gempfing

Früheste Ausgrabungen in der Gegend weisen auf eine Besiedelung bereits in der Jungsteinzeit hin. Die Gründung Gempfings als echter -ing-Ort wird in der 1. Hälfte des 6. Jahrhunderts durch die Bajuwaren vermutet. Gempfing gehörte zur Gründungsausstattung des Benediktinnerinnenklosters St. Walburg in Eichstätt, das der Edelfreie Leodegar (auch Luitger) aus dem Grafengeschlecht von Lechsgmünd und Graisbach mit Urkunde von 1035 stiftete. Leodegar starb 1074 auf dem Weg nach St. Mang in Füssen in Gempfing. 1808 wurde Gempfing ein Steuerdistrikt im Landgericht Rain. 1818 wurde daraus die Gemeinde Gempfing, wobei Staudheim eingegliedert wurde. 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in die Stadt Rain eingegliedert.