Naturdenkmale Donau-Ries

Riedgebiet Amerbacherkreut, ST Amerbach (ND-06657)


Amerbach wurde im Jahre 1306 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Wemding („ausgenommen Amerbach“) an den Grafen von Oettingen als Lehen verkauft wurde. Vorher war Amerbach unter der Lehensherrschaft des Grafengeschlechtes von Greisbach (bei Eichstätt).

1467 wurde Amerbach bayerisch, weil es zusammen mit Wemding dem Herzog Ludwig IX. dem Reichen zugeteilt wurde. Der Name Amerbach ist wahrscheinlich durch einen Bach entstanden, der durch oder an einem Getreidefeld vorbeifloss. Damals wurde als Getreide Emmer angebaut. 1655 wurde der Bach auf einer Karte als „Amezbach“ eingezeichnet.

1818 kam zu Amerbach der bis dahin zur Gemeinde Wechingen gehörende Weiler Amerbacherkreut hinzu. 1972 wurden beide nach Wemding eingemeindet.

 

Lage: Von Wemding fährt man auf der Staatsstraße 2214 nach Oettingen in Bayern. Wenige Meter nach der Ortschaft Amerbachkreut in Fahrtrichtung re., angrenzend an die Straße findet man dieses Riedgebiet.

 

GPS-Ortung:

N: 48°.54.194´; E: 10°41.414; Höhe: 431m ü. NN

Aufgenommen:

Mai 2004

Eigentümer:

Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V.

Schutzstatus:

Naturdenkmal - (ND-06657)

 

  

Bildansicht: Blick nach N

 

Diese etwa vier Hektor große Fläche, die landwirtschaftlich bedeutungslos, aber aus ökologischer Sicht durchaus wertvoll und deshalb erhaltenswert ist, wird das "Kreuter Moos" genannt. Dieses Grundstück entstand im Zuge der 1965 bis 1970 durchgeführten Flurbereinigung Amerbach. Bis zur Flurbereinigung wurde dieses Grundstück und auch die östlich anliegende Fläche am Riedgraben von sieben Kreuter Landwirten in Parzellen bewirtschaftet. Eine dieser Parzellen war als "Rosenkranz Wiesle" bekannt. Dieses Grundstück konnte der Landwirt kostenlos mähen, der in der Kreuter Kapelle den Rosenkranz- und Pflegedienst verrichtete.

Nach 30-jähriger Brache wurden die Pflegemaßnahmen wieder aufgenommen. Entstanden ist dieses Gebiet durch die hier in dieser Gegend lange betriebene Nutzungsart der Streumahd zur Gewinnung von Einstreu für Tiere.

 

Literaturhinweis:

Greiner, H.: Besuch des Streuwiesengebietes am Riedgraben.DRK Bd. II, 1978, S.158-160.

John, L., Klieber, F., Greiner, H.: Das Kreuter Moos und seine Pflanzenwelt. Naturkundl. Mitteilungen 1993 Heft 8, S. 52 - 55.

Luftaufnahme aus Jahresbericht 1999 der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V.