Naturdenkmale Donau-Ries

Linden, ST Staudheim (ND-06640)


 

Früheste Ausgrabungen in der Gegend weisen auf eine Besiedelung bereits in der Jungsteinzeit hin. Wichtige strategische Bedeutung erlangte der südliche Donaurain 233 nach Christus, als die Nordgrenze des Römischen Reiches vom Limes an die Donau zurückgesetzt wurde. Die heutige "Römerstraße" durch Staudheim bildete damals eine Hauptroute der Römer entlang der Donau. Der Lech-Donau-Winkel gehörte zur römischen Provinz Rätien.

Die Gründung Staudheims als -heim-Ort wird zwischen 650 und 750 durch Baiern vermutet. Erstmals wurde Staudheim 1020 als Stutheim erwähnt, als das Kloster Tegernsee eine Reihe Dörfer an Graf Otto I. von Dießen verlor, da Herzog Arnulf von Bayern für seine bewaffneten Reiterheere gegen die Ungarn Unterhalt benötigte, zahlreiche in Kirchenbesitz befindliche Dörfer säkularisierte und an Lehnsherren vergab. Der Name könnte auf Stuotenheim zurückgehen, was auf ein Gestüt oder Pferdezucht hinweist. In der Folgezeit waren die Besitzverhältnisse zersplittet. Staudheim wurde durch seine Lage im Donautal relativ häufig von Kriegen heimgesucht und oft zerstört.

Bis 1972 gehörte Staudheim als selbstständige Gemeinde zum Landkreis Neuburg an der Donau und fiel dann mit der Gebietsreform in Bayern an den Landkreis Donau-Ries. Ebenfalls 1972 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Rain.

 

Lage:Dieses ND findet man in der Gemeinde Staudheim, wenn man auf der DON 39 von Rain nach Burgheim unterwegs ist, am Ortanfang auf der rechten Seite. Die beiden Winterlinden bilden eine Einheit mit einem Feldkreuz und dem Gedenkstein an die ehemals hier entlang führende Römerstraße nach Regensburg.

 

GPS-Ortung:

N: 48°.41.919´; E: 10°58.655; Höhe: 401m ü. NN

Aufgenommen:

Oktober 2003

Eigentümer:

Stadt Rain am Lech

Schutzstatus:

Naturdenkmal - Baumgruppe (ND-06640)

 

Bildansicht: Blick nachW

 

1. Linde (im Bild re.) Stammumfang 2,75 m.

Zustand: Die Stammverzweigungen in etwa 10 m Höhe sind durch Stahlseile verbunden, um das Auseinanderbrechen der Stammgabel zu verhindern. Der Stamm selbst zeigt gegenüber der benachbarten 2. Linde keine Verletzungen. Das Alter scheint mit 110 bis 130 Jahren auf eine Pflanzzeit um 1871 oder etwas später zurück zu gehen. Über den Anlass der Pflanzung ist in den Archiven bisher nichts gefunden worden. Auch die Befragung hat zu keinem Ergebnis geführt.

 

2. Linde (im Bild lks.): Stammumfang: 1,53 m.

Zustand: An der Westseite weist der Stamm einen etwa 2,40 m langen und 8 cm breiten Spalt auf, der bis 38 cm tief in den Holzkörper hinein reicht. Eine Sanierung wäre dringend geboten. Im Pflanzbereich der beiden Linden erinnert ein Gedenkstein an den Verlauf einer ehemaligen Römerstraße. Er trägt folgende Aufschrift: Römerstraße von Augusta Vindelicorum (Augsburg) Lech und Donau entlang nach Reginum (Regensburg).