Naturdenkmale Donau-Ries

Linde (ND-07071)


 

Lage: An der Straße nach Wolferstadt, bevor man das Schloß erreicht, kommt man an eine Kapelle. Neben dieser Kapelle steht die als Naturdenkmal eingestufte Linde.

GPS-Ortung:

N: 48°.52.422´; E: 10°47.764; Höhe: 490m ü. NN

Aufgenommen:

April 2004

Eigentümer:

Gmde. Otting

Schutzstatus:

Naturdenkmal - Baum (ND-07071)

Bildansicht: Blick nach O

Die Linde (seit 1930 im Gemeindebesitz), mit einem Stammumfang von 2.31 m, steht rechts neben der Schloßkapelle. Rund um den Stamm ist eine Ruhebank angebracht.

Zur Geschichte der Linde an der Schlosskapelle:

1852 verlangte die Gutsverwaltung, dass die Gemeinde Otting die auf Gemeindegrund vor der westlichen Frontfassade stehende alte Linde entferne, weil dieser Lindenbaum den Prospekt der Kapelle verdecke und dem Mauerwerk Schaden bringe. Doch die Gemeindeverwaltung verwies auf den staatlichen Schutz alter historischer Linden und rettete damit die alte, treue Wächterin der Schlosskapelle vor dem Untergang. Die Schlosskapelle Mater Dolorosa war bis zum 19. Jahrhundert ein viel besuchter Wallfahrtsort, danach dann mehr Familienkapelle bzw. letzte Ruhestätte gräflicher ottingischer Familienmitglieder.

Der Sohn des Grafen Karl Friedrich Stephan (1767–1834) aus erster Ehe, Karl August Graf von Otting-Fünfstetten, königlich-bayerischer Rittmeister und Ritter der französischen Ehrenlegion, starb am 26. Dezember 1821 im Alter von 28 Jahren an den Folgen des Russlandfeldzuges 1812. Er wurde mit militärischen Ehren in der Totengruft der Schlosskapelle Otting als erstes Mitglied der gräflichen Familie beigesetzt.

Zu den Trauerfeierlichkeiten weilte der erste bayerische König Maximilian I. Joseph mit seinem Hofstaat in Otting. Der Verstorbene Karl August Graf von Otting-Fünfstetten war der Neffe des Monarchen (Vater Karl Friedrich Stephan war ein außerehelicher Sohn von Friedrich Michael von Pfalz-Birkenfeld und Halbbruder des Königs).

 

Literaturhinweis:

Rebele, Josef sen.:"Unser Dorf Otting", Dorfgeschichte, Herausgeber: Gemeinde Otting 1985, S.91.