Naturdenkmale Donau-Ries

Westhang des Hahnenberges, OT Appetshofen (ND-06616)


 

Appetshofen heißt im 12. Jahrhundert „Abbateshofen“, bei den Höfen des Abtes (wahrscheinlich von Ellwangen). Im 18. Jahrhundert ist der Grundbesitz größtenteils zwischen den Herrschaften Lierheim und Oettingen geteilt worden. Vom Kaiser Karl V. hatte die Gemeinde das Privileg eines „Bauernkönigs“ verliehen bekommen. Appetshofen gehörte über Jahrhunderte zum Oberamt Alerheim der Grafen von Oettingen. Im 16. Jahrhundert gab es auch einen Ortsadel - Die Freiherren von Appetzhofen. Paul von Appetzhofen war Verwalter der Landvogtei Schwaben in Altdorf.

 

Lage: Von Harburg kommend biegt man in Möttingen nach re. ab auf die DON 10 und über Lierheim nach Appetshofen. Kuz vor erreichen der Kirche St. Jakob in Appetshofen, geht es dann nach links weiter auf der Appetshofener Straße in Richtung Bauhof der Gemeinde. Am Wegrand lks. kommt eine Tafel ins Bild, mit Hinweisen zum Hahnenberg und Hinweisen zum hier verlaufenden "7-Hügel-Wegs" des Geopark Donau-Ries. Von hier geht mann dann besser zu Fuß auf das Gipfel-Plateau des Hahnenberges.

 

GPS-Ortung:

N: 48°82'26"; E: 10°59'13"; Höhe: 465 m ü. NN

Aufgenommen:

Juni 2018

Eigentümer:

 

Schutzstatus:

Naturdenkmal (ND-06616)

 

Bildansicht: Blick nach W

 

Der Hahnenberg gehört zum Inneren Ring des Rieskraters (Primärkrater). Er besteht aus herausgehobenen, kristalinem Grundgebirge, das mit Rieskalken überkrustet ist. Der Rand des Primärkraters zeigt sich in einem Kranz von Hügeln in der Riesebene, die vom Hahnenberg bei guter Sicht gut zu sehen sind. Auch Nördlingen, viele Ries-Dörfer und ein großer Teil des Riesrandes breiten sich vor dem Betrachter aus.

Der Hahnenberg war, wie die meisten der Erhebungen im Ries, in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt und auch befestigt. Die zum Teil noch gut erhaltenen Wallanlagen sind heute als Geländestufen zu erkennen. Funde auf den Gipfel-Plateau des Hahnenberges deuten auf eine mögliche Besiedlung bereits in der Jungsteinzeit hin. Außerdem befindet sich in der Nähe eine jungsteinzeitliche Feuchtbodensiedlung der sogenannten "Altheimer Kultur" (ca. 3800 - 3400 vor Chr.). Spätestens in der Eisenzeit (ab dem 8. Jh. vor Chr.) wurde die Bergkuppe durch einen Ringwall, wahrscheinlich in Form einer Holz- / Steinmauer, befestigt. Rund um den Hahnenberg befinden sich zwei Siedlungsplätze der Latènezeit (500 v.Chr. - 90 n. Chr.).

Am Nord-Ost-Fuß des Berges (Weilenäcker) befinden such die Überreste eines römischen Gutshofes, der unmittelbar daneben liegende "Pfaffenbrunnen" lieferte wohl das Wasser für das Badegebäude.

 

 

Literatur H. Parzinger, Der Goldberg: Die metallzeitliche Besiedlung. Röm.-Germ. Forsch. 57 (Mainz 1998). –

J. E. Fries, Die Hallstattzeit im Nördlinger Ries. Materialh.  Bayer. Vorgesch. A 88 (Kallmünz 2005) 54 ff. 285 ff. –

J. W. E. Faßbinder/F. Becker/E. Maw, Arch. Jahr Bayern  2012, 57–59