Naturdenkmale Donau-Ries

Alteiche, OT Gansheim (ND-07092)


 

Bereits im Frühmittelalter begannen die Franken die Region zu besiedeln. In diese Zeit fällt vermutlich die Ortsgründung. Erstmals urkundlich erwähnt wird Gansheim 1179 als „Regilo de Gantesheim“ in einer Urkunde Bischof Heinrichs von Brixen. Das Adelsgeschlecht der Knollen, welches das Erbamt des Kämmerers am Hofe der Grafen von Lechsgemünd-Graisbach innehatte, war im Mittelalter lange Zeit Besitzer des ehemaligen Pfarrdorfes Gansheim bis Jörg aus dem Geschlecht der Knollen den Ort 1400 an Wilhelm Marschall zu Donnersberg verkaufte. In der Folgezeit wechselte die Herrschaft über die Hofmark Gansheim mehrmals; u. a. erwarb es 1444 Herzog Ludwig VIII. von Bayern-Ingolstadt. Auch Herzog Ottheinrich von Pfalz-Neuburg reihte sich in die lange Liste der Besitzer des Dorfes ein.

 

Lage: Von Marxheim kommend auf der DON 25 erreicht man über Schweinspoint Gansheim. Bei Gansheim nach lks. auf die DOn 24 Richtung Daiting wechseln. Nach ca. 1 km nach re. der Wegweisung Gut Berg folgend erreicht man das Anwesen Gut Berg. Von hier geht es zufuss weiter am Baumbestand entlang bis man die alte Eiche re. am Waldrand findet.

 

GPS-Ortung:

N:48° 47.997´; E: 10° 55.817´; Höhe: 466 m ü.NN

Aufgenommen:

12. November 2005

Eigentümer:

Graf Moy, Stepperg

Schutzstatus:

Naturdenkmal - Baum (ND-07092)

 

 

Bildansicht: Blick nach N

 

Die wohl älteste Eiche im Landkreis befindet sich am Rande eines Feldes in der Nähe des Gutes Berg bei Blossenau auf der Fränkischen Alb. Mit einem Umfang von 5,80 m kann auf ein sehr hohes Alter geschlossen werden. Die sehr eng stehenden Wachstumsringe der in der Nähe geschlagenen Eichen geben Anlass, bei dieser Eiche auf ein Alter von etwa 450 Jahren zu schließen. Dieser Baum muss Zeuge gewesen sein als Berg um 1587 zwei Höfe zählte und um 1740 fünf Häuser mit 24 Seelen aufwies.

Im Bereich des Siedlungsgebietes des Gutes Berg sind weitere Baummethusaleme von Stieleichen zu verzeichnen. Alle Eichen zeigen, wie auch dieses außerordentliche Exemplar, bis zu 15 m weit ausladende Äste, die teilweise abgestorben sind und herab zu brechen drohen.

In unmittelbarer Nähe sind Bodenvertiefungen festzustellen, die auf Schürfgruben nach Bohnerz aus dem Alttertiär schließen lassen. Im nahe liegenden Dorf Natterholz ist eine solche Schürfstelle als Naturdenkmal ausgewiesen (siehe: ND Daiting). Weitere Belege für eine Eisenerzgewinnung in dieser Region sind eine Eisengussgrabplatte auf dem Friedhof in Blossenau vom Steiger mit Namen "Ritter" und eine Eisenplatte im Gasthaus des gleichen Ortes mit der Aufschrift: "Glückauf ! Gott schütze den Bergbau".

(Mitteilungen von Anton Meister, Blossenau)

Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Kihil Gibran