Naturdenkmale Donau-Ries

 

Jurakegel "Wöllwarth" (ND-06570)


 

Lage: An der B25, etwa 1 km vor Harburg mit Blick nach Osten über die Wörnitz hinweg, erkennt man die Erhöhung im Gelände mit der freistehenden Felsformation.

 

GPS-Ortung:

N: 48°46.597´; E: 010°42.375´; Höhe: 426 m ü. NN

Aufgenommen:

Juli 2003

Eigentümer:

Stadt Harburg und Fa. Berger, Neuburg

Schutzstatus:

Naturdenkmal - Felsen (ND-076570)

 

Es handelt sich um eine Jurafelsscholle (Malm Delta bis Zeta), die durch den Meteoriteneinschlag im Ries eine Lageverschiebung erfahren hat. Ihre Entstehung erfolgte im Jurameer, der Fels weist auf eine Schwammalgen-Riff-Bildung hin.

Die Vegetationsstandorte gehören zu den Trocken- und Halbtrockenrasen, wie sie sich in der Alb auf wasserdurchlässigem Kalkgestein ausprägen konnten. Sie werden regelmäßig durch Schafe überweidet.

 

Bildansicht: Blick nach NO

 

  

                                 Bildansicht: Blick nach SO                                       Bildansicht: Blick nach O

 

Geschichte: Auf dieser Jurascholle stand die Burg Wellwart, auch Wellenwart oder „Wöllwarth“ genannt. Heute sind nicht einmal mehr Reste dieser Burg vorhanden.

Bereits um 1809 wird Wellwart als kahler Fels beschrieben. Über die Ausmaße der Burg ergaben sich Aufschlüsse durch Ausgrabungen im Jahre 1927.

Die Burg diente wahrscheinlich als Vorwerk der Reichsfeste Harburg. Sie soll zwischen 1138 bis 1147 unter Konrad III erbaut worden sein. Erstmals werden die „Edlen von Wellwart“ im Jahre 1140 erwähnt. Um 1250 verkauften sie die Burg an die Grafen von Graisbach. 1342 gelangte die Burg an die Wittelsbacher, wurde also dem Herzogtum Bayern unterstellt.

1579 kauften die Grafen von Oettingen die Burg und liehen sie an die Ritter von Hersperg. Nach 1679 scheint sie nicht mehr bewohnt gewesen zu sein. Sie wurde dem Verfall preisgegeben, der anscheinend dann rasch voranschritt.

 

Literaturhinweis:

Frei, H.; Krahe, G.: Archäologische Wanderungen im Ries, Schwaben Bd. 2, 1979.