Naturdenkmale Donau-Ries

Felsmassiv mit der "Harburg" (ND-06587)


 

Lage: Fährt man auf der B25 (der „Romantischen Straße) von Donauwörth nach Nördlingen, erkennt man schon von weitem die mittelalterliche Silhouette der Harburg (der „Horeburg“, wie sie einst im Altdeutschen hieß) auf dem einst „unbezwingbaren“ Burgberg.

 

GPS-Ortung:

N: 48°47.203´; E: 010°41.496´; Höhe: 452 m ü. NN

Aufgenommen:

Mai 2004

Eigentümer:

Fürst zu Oettingen-Wallerstein

Schutzstatus:

Naturdenkmal - Felsen (ND-06587)

 

Die Bundesstraße 25 führt mit zwei Tunnels (erbaut 1956-58) durch das Felsmassiv. Bei der Renovierung des Tunnelmantels im Jahr 2001/02 wurden auch die Hänge an der Fahrbahn saniert, um Steinschlag zu verhindern.

 

Bildansicht: Blick nach NW

 

Geschichte: Erstmals erscheint die Burg in der Mitte des 12. Jh., als die Staufer ihre machtpolitischen Aktivitäten dem Ries zuwandten. Von der Harburg aus zog der 13jährige Staufer Heinrich, Sohn König Konrads III., gegen Welf VI., der das staufische Flochberg belagerte. In der Schlacht von Neresheim fügte er ihm eine entscheidende Niederlage zu. 1239 von König Konrad IV. bewohnt, wird sie 1295 von König Adolf von Nassau an den Grafen von Oettingen verpfändet, die als treue Gefolgsleute der Kaiser und Könige das staufische Erbe im Ries verwalten.

Mehrmals wird die Pfandschaft über dieses alte Reichsgut verlängert und von Kaiser Sigmund 1418 wegen besonderer Verdienste der Grafen von Oettingen als deren Eigentum bestätigt. Die Burg bleibt im Besitz der Oettinger bis zum Aussterben der Linie 1731 und kommt dann an die Linie Oettingen/Wallerstein, die - seit 1774 fürstlichen Standes - sie noch heute innehaben.

Die letzte kriegerische Handlung, die der Burg galt, spielte sich im 2. Koalitionskrieg (1800) ab. Mit Kanonen beschossen Franzosen österreichische Soldaten, die sich auf der Burg verschanzt hatten. Als die Burg durch Sprengmunition in Flammen aufzugehen drohte, ergaben sich die Österreicher. Diesen Tag der Rettung feiern die Harburger seitdem auf dem Bock, einer Anhöhe nordwestlich der Burg, mit dem Bockfest.