Naturdenkmale Donau-Ries

Friedenseiche, OT Schopflohe (ND-06573)


 

Nach dem Namen "lohe" (mhd. Wald, Hain) zu urteilen, entstand der Ort wohl in karolingischer Zeit. 1299 erschien Schopflohe im Besitz der Herren von Hohentrüdigen. In der Folgezeit beanspruchten bis zu sieben Grundherren die Dorfherrschaft. Keiner von ihnen aber konnte sich durchsetzen, so dass Schopflohe im Mittelalter weitgehende Autonomie besaß und als "Freidorf" bezeichnet wurde.

 

Lage: Verlässt man die Ortschaft in Richtung Norden erreicht man auf einer Anhöhe einen Solitärbaum direkt an der Straße lks.

 

GPS-Ortung:

N: 48°59.117´; E: 010°28.885´; Höhe: 526 m ü. NN

Aufgenommen:

September 2003

Eigentümer:

Gmde. Fremdingen-Schopflohe

Schutzstatus:

Naturdenkmal - Baum (ND-06573)

 

Bildansicht: Blick nach S, im Hintergrund Schopflohe

 

Geologie: Braunjura beta.

Eine Stieleiche, sog. Friedenseiche, mitten in einem jährlich bestellten Acker. Der Landwirt pflügt allseitig bis zu 1m an den Stamm heran, so dass der Wurzelbereich der Eiche stark beeinflusst wird!

Zustand: Der Stamm nach Westen zeigt einen Spalt (Blitzeinschlag!), der etwa bis in 10 m Höhe reicht. Der Holzkörper ist bis zu einer Breite von 50cm freigelegt, ein Wundwulst versucht den Wundschluss - seit 10-15 Jahren - zu erreichen.

 

Nach dem Grundsatz "Cuius regio, eius religio" ("Wessen Herrschaft, dessen Religion") waren die Untertanen nach der Reformation gezwungen, den Glauben ihrer Herren anzunehmen. Schopflohe ist seitdem ein gemischt konfessionelles Dorf. 1632 plünderten kaiserliche Truppen den Ort und brannten ihn 1634 - nach der Schlacht von Nördlingen - bis auf die Kirche und sieben Häuser nieder. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich Schopflohe von den Verwüstungen erholte.

1652 - der Ort war noch immer nicht aufgebaut - kamen protestantische Flüchtlinge, die um ihres Glaubens verfolgt wurden, aus der Salzburger Gegend, kauften vom den Oettinger Grafen Land und ließen sich hier nieder. Nach dem siegreichen Feldzug gegen Frankreich 1871 - dieses Ereignis stellt einen wichtigen Einschnitt mit der Gründung des Deutschen Reiches in der deutschen Geschichte dar - feierten die Schopfloher die Reichsgründung auf dem Urlas mit Musik und Freudenfeuer. Die Eiche, die sie pflanzten, überdauerte die Stürme der Zeit und mahnt uns bis heute zum Frieden.

 

Literaturhinweis: www.fremdingen.de