Naturdenkmale Donau-Ries

Die Eichen


 

Sommereich oder Stieleiche Querus robur L.

 

In der Mythologie:

In der Überlieferung nimmt die Eiche unter den Bäumen den ersten Rang ein.

Durch die enge Beziehung zum Himmelsgott erhielt die Eiche eine besondere Beziehung. Der Grund wird wohl darin zu finden sein, dass die Eichen unter den heimischen Baumarten besonders häufig vom Blitz getroffen werden. Bei den Germanen war daher die Eiche dem Donner- und Gewittergott Donar geweiht.

Im Zuge der Christianisierung wurden viele „heilige“ Eichen gefällt. Bonifatius,als päpstlicher Vikar für das ganze ostfränkische Missionsgebiet, ließ 732 n. u. Z. die Donar geweihte Eiche bei Geismar (nahe Kassel) fällen, um den Germanen die Machtlosigkeit der heidnischen Götter zu zeigen. Im christlichen Mittelalter wurden die Eichen mit Maria in Verbindung gebracht. Der Aberglaube war später auch mit der Eiche verbunden, denn alte zerzauste Eichen galten als „Hexenbäume“. In ihrer Nähe soll es nicht geheuer zugehen. Eichenlaub über den Türeingängen aufgehängt sollten Dämonen und Hexen den Eingang ins Haus verwehren. Das galt auch, wenn Türrahmen oder Türschwellen aus Eichenholz bestanden. Die Ehrfurcht, die man den großen Bäumen entgegenbrachte, lebte noch lange weiter.

 

In der Geschichte:

Bis ins 18. Jahrhundert hinein stehen sie mit Gerichtsverhandlungen in Verbindung. Oft standen sie einzeln, hatten als freistehende Bäume genügend Platz sich zu mächtigen Individuen zu entwickeln. Sie durften bei den Germanen nicht gefällt werden. Zum Hausbaum ist die Eiche nie gemacht worden. Die Bauern hatten nur wenig Neigung einen mit Blitz- und Donnergott in Verbindung stehenden Baum in die Nähe des Gehöfts zu holen. Außerdem konnte das schwer verrottbare, gerbstoffreiche Laub nicht als Futter verwendet werden. Im 18. Jahrhundert wurde die Eiche in Deutschland auch zum Wappenbaum gemacht. Der patriotische Kult um die alten Bäume und das dauerhafte Laub als Schmuck von Uniformornamenten, Orden und Kriegerdenkmälern begann mit dem Dichter Klopstock.Die dauerhaften Eigenschaften, Freiheitsliebe, unbeugsamer Stolz, wollte man den Deutschen als besonders typische Eigenschaften andichten. Hier muss aber ausgleichend gesagt werden, dass alle Völker, in deren Land Eichen wuchsen, sie zu „heiligen“ Bäumen erklärt haben. Von Hethitern, Persern, Griechen und Römern sind uns Eichenkulte bekannt. Überall galt sie als Symbol der Kraft und der Willensstärke.

 

In der Landwirtschaft:

Bevor die Landwirtschaft nach dem Prinzip der 3-Felder-Wirtschaft betrieben wurde, weideten Ziegen, Rinder und Schweine in den Wäldern. Es war vor allem der Schweinehirt, der seine Tiere in die Nähe der Eichenbäume trieb, um mit Hilfe der reifen Eicheln eine Mast der Schweine zu ermöglichen. Durch die Beweidung konnten viele andere Jungbäume nicht mehr nachwachsen, so dass nur noch viele alte Bäume, so auch der „Fruchtbaum“ Eiche, stehen blieben (sog. Hutbäume).

 

Botanik:

Die Eichen gehören zu der Familie der Buchengewächse

Quercus petraea L. = Wintereiche oder Traubeneiche

Quercus robur L. = Sommereiche oder Stieleiche