Naturdenkmale Donau-Ries

„Donauwörther Sternschanzen“ (ND-06561)


 

Lage:  Die Reste der Befestigungsanlagen befinden sich auf dem „Schellenberg“, oberhalb der Kalvarienbergkapelle, in unmittelbarer Nähe des städtischen Freibades und der ehemaligen „Alfred-Delp-Kaserne“, im Stadtgebiet der Großen Kreisstadt Donauwörth.

 

GPS-Ortung:

N: 48°43.275'  E: 010°47.265';Höhe: 481m ü. NN

Aufgenommen:

Februar 2004

Eigentümer:

Stadt Donauwörth

Schutzstatus:

Naturdenkmal (ND-06561)

 

Die sog. Sternschanze wurden während des Schmalkaldischen Krieges angelegt. Das bedeutendste Ereignis an dieser Stelle hier war jedoch die „Schlacht am Schellenberg“, die am 2. Juli 1704 während des Spanischen Erbfolgekrieges zwischen bayerischen und französischen Truppen und den letztlich siegreichen alliierten Truppen der Engländer und der Kaiserlichen Soldaten ausgetragen wurde. An nur einem Tag fanden 16.000 Mann den Tod. Im Gelände sind heute noch Spuren der aufgeschütteten Wälle zu sehen. In Erinnerung an diese blutige Schlacht entstand der Kalvarienberg. Von den ehemals sternförmigen Schanzen sind noch Teile des Walls und der Gräben zu erkennen. Der Mischwald, der auf den Resten der Wälle wuchs wurde im Jahr 2000 ausgelichtet und von Büschen befreit, sodass der Verlauf der Bauwerke deutlicher zu sehen ist.

 

Bildansicht: Blick nach NO

 

Eine Gedenktafel auf einem Jurafelsbrocken weist auf die historische Bedeutung hin:

 

 

Tafelinschrift:

Zu Reichsstadtzeiten angelegt, im 30-jährigen Krieg von den Bayern teilweise ausgebaut und von den Schweden auf Befehl ihres Königs Gustav Adolph wesentlich verbessert. Am 2. Juli 1704 in der „Schlacht am Schellenberg“ während des Spanischen Erbfolgekrieges heftig umkämpft; danach und auch 1743 im Österreichischen Erbfolgekrieg unter hohem Aufwand erneuert. 1805 und 1809, von Napoleon besichtigt, fanden die Schanzen keine Verwendung mehr.

 

Zur weiteren Entwicklung der Schellenberger Schanzen im Laufe der Zeit:

1854 wird im August das Donauwörther Kinderfest zum ersten Mal auf den Schellenberger Schanzen gefeiert.

Im Jahr 1856/57 erfolgt auch die Anlage von Wegen und eine Pflanzaktion von Alleebäumen.

Im Laufe der nächsten Jahre wird auch ein Gasthaus errichtet, damit man eine Bewirtungsmöglichkeit zum Kinderfest hat.

 

Ein Zitat aus dem „Wochen-Anzeige- und Amtsblatt“ Nr. 45 vom 15. August 1857 gibt einen Hinweis auf den promenadenartigen Charakter dieser Anlagen:

„Bei Gelegenheit dieses Festes konnte man auch den herrlichen Stand der neuen Alleen auf und zum Schellenberge beobachten und ist gewiß bei jedem Freunde der Natur der Wunsch rege geworden, diese schönen und praktischen Anlagen an einem vielbesuchten Platz stets fortschreiten und gehörig gepflegt zu sehen, ein Wunsch, dessen Erfüllung wir bei der umsichtigen Leitung der Arbeiten und der bekannten Theilnahme die Einwohner unserer Stadt an schönen und nützlichen Einrichtungen sicher hoffen können.“

 

Über eine Linde, die in den Schellenberger Schanzen gepflanzt wurde, steht im „Wochen-Anzeige- und Amtsblatt“ Nr. 45 am 15. April 1871:

„Einladung: Um die Erinnerung an die glorreichen Siege Deutschlands, an den hiedurch errungenen Frieden und an die große Bedeutung der jüngsten Weltereignisse auch bei der Jugend und den kommenden Geschlechtern noch zu erhalten, wird auf Anregung der hiesigen Gemeinde-Collegien ein Jugendfest veranstaltet und hiebei an einem höhern Punkte des Schellenbergs ein Lindenbaum als F r i e d e n s l i n d e gepflanzt, die von der hiesigen Schuljugend eingesetzt wird. Dieses Jugendfest wird unter Leitung der Schulbehörde Montag, 17. ds. Mts. feierlich begangen werden.

Nachmittags 1 Uhr bewegt sich der Festzug der Schuljugend unter Musikbegleitung von den städtischen Knabenschulen weg durch die Reichsstraße, Kapellstraße, Zirgesheimerweg zum Schellenberge, woselbst die Einsetzung des „Lindenbaumes“ unter Gesang und Deklamation vor sich geht.

Die Eltern , Vormünder und sonstige Kinderfreunde werden hiezu freundlichst eingeladen.“

 

Stammumfang: 3,30 m (bei einem Zuwachs von 4 mm/Jahr.)

 

Bildansicht: Blick nach O