Naturdenkmale Donau-Ries

"Kalvarienberg“ (ND-06565)


 

Nahe der Promenade führt vom Kaibach aus ein Kreuzweg in 14 Stationen auf den Schellenberg. Die Treppenstufen führen oben zu einer Kreuzigungsgruppe, einer Maria-Hilf-Kapelle (erbaut 1721) und einer weiteren Kapelle zu Ehren der Schmerzhaften Mutter Gottes (erbaut 1729). Seit 1984 ist der ganze Komplex umfangreich restauriert. Der Baumbestand ist Teil dieses geschützten Naturdenkmals.

Die Anlage auf dem Kalvarienberg wurde in Erinnerung an die Schlacht am Schellenberg (2. Juli 1704) errichtet. Während dieser blutigen Auseinandersetzung im Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges verloren in einem zweistündigen Kampf etwa 13.000 Kombatanten ihr Leben

 

GPS-Ortung:

N:48°43.315´; E: 010°46.909´; Höhe: 432 m ü. NN

Aufgenommen:

Mai 2003

Eigentümer:

Stadt Donauwörth

Schutzstatus:

Naturdenkmal (ND-06565)

 

Der Kalvarienberg ist der der Stadt zugewandte Teil des Schellenberges. Auf dem Schellenberg wurden 1901 über 60 Hügelgräber aus der Hallstattzeit (um 700 vor Chr.) entdeckt.

Durch das baorcke Portal, vorbei an den 1977 errichteten Stationen des Kreuzweges, erreicht man das hoch über der Wörnitz gelegene Kleinod. Die Kapelle wurde 1750 unter Abt Cölestin zu Kaisheim mit ovalem Grundriss erbaut. Besonders sehenswert sind der Altar mit Kreuzigungsgruppe und das von Gernhard Göz geschaffene Deckenbild, das die Schlüsselübergabe an Petrus zeigt.

 

 

    

Bildansichten: Blick nach O

 

Europäische Machtpolitik und Fürstenprestige trieben an dieser Stätte im „Spanischen Erbfolgekrieg“ am 2. Juli 1704 tausende bayerische, französische, österreich-habsburgische und englisch-niederländische Soldaten in die „Schlacht am Schellenberg“ und in den Tod. Die alte Reichsstadt Donauwörth blutete wieder einmal wie so oft aus vielen Wunden. Da gelobten 1721 Rat und Bürgerschaft dankbar für die Rettung aus Kriegsnot und glücklich über den Frieden, diesen „Kalvarienberg“ über dem Massengrab zu errichten. Er wurde 1734 vollendet.

Nach bedeutsamen Erneuerungen 1819 und 1881 und der Beseitigung von Kriegsschäden 1954 wurde er nach 250 Jahren zwischen 1984 und 1987 grundlegend restauriert, historisch treu saniert und zum Mahnmal des Friedens proklamiert. Denn wer vergisst „Dass die Siege des Friedens größer sind als die des Krieges“ wird erneut zu Blut und Tränen verurteilt.

Stadt Donauwörth

Dr. Alfred Böswald

Erster Bürgermeister