Naturdenkmale Donau-Ries

Die Buche


 

Rotbuche Fágus silvática

 

Botanik: Fágus silvática = Rotbuche, Familie der Buchengewächse (Fagaceae).

Nach der mittleren Wärmezeit, vor etwa 15.000 Jahren änderte sich nördlich der Alpen das Klima: es wurde kühler und feuchter. Das war auch ein optimales Klima für die Buchen, die zu Beginn der Bronzezeit zusammen mit den Tannen als die letzten der großen Baumarten zurückgekehrt waren.

Römischen Autoren war die Buche als fagus bekannt. Macrobius Theodosius rechnet die Buche zu den glücklichen Bäumen, weil aus dem Holz Opfergeschirr hergestellt werden konnte. Die Gallier verwendeten die Buchenasche zur Herstellung von Seife.

Mythologie: Trotz ihrer großen Verbreitung spielt sie im Volksglauben keine große Rolle:

Buchenholz im Neumond gehauen ist dauerhaft und wird vom Wurm nicht leicht zerfressen. Viele Bucheckern im Herbst bedeuten einen strengen und harten Winter oder ein Mäusejahr.Im Mittelalter gehörten die Buchen wie Eichen zu den „fruchtbaren“ Bäumen. Der botanische Name fagus leitet sich vom griechischen Wort für Essen ab. Vielleicht war damit auf den Gebrauch der Eckern zur Schweinemast hingewiesen. Der Dorfhirte trieb seine Schweineherde in den Wald , schlug die Bucheckern von den Bäumen, so dass sie zur Schweinemast dienen konnten.

Eichen sollst du weichen

Vor Fichten sollst du flüchten

Weiden sollst du meiden

Buchen aber suchen.

Ratschlag des Volksmunds.

Tatsächlich schlägt der Blitz in die Buchen sehr selten ein und man suchte früher bei Gewitter unter den Buchen Schutz.

 

Wortbedeutung:

So manche alte Buche im Park oder an exponierten Stellen der Flur trägt auf der grauen, glatten Rinde eingeritzte Zeichen. Namen und Herzen derer, über die die Buche ihre weitaustragenden Äste schützend gebreitet hat. Vielleicht waren es Liebespaare unter ihrem Blätterdach die heute vielleicht schon Großväter und Großmütter sind.

Vor langer Zeit waren es nicht nur Herzen, Pfeile und Namen, die in die glatte Rinde eingeschnitten wurden, sondern Zauberzeichen, Runen und magische Buchstaben. Es waren Buchstaben der kultischen Schrift der Germanen, die sie runa nannten, das Geheimnis. In bestimmter Reihenfolge auf Buchenholzstäbe wurden die Runen aneinandergereiht eingeritzt und damit als geheime Schriftzeichen genutzt, um zu heilen, zu schützen oder die Zukunft voraus zu sagen. Vor wichtigen Entscheidungen befragte man das Orakel aus Buchenstäben. Daher leitet sich unser heutiges Wort „Buchstabe“ ab. Beschriftete Buchenholztafeln, welche zusammengeheftet wurden, haben dem „Buch“ seinen Namen gegeben.

 

Eine etwa
100-jährige Rotbuche
erreicht eine Höhe von 25 m
und die Krone besitzt einen Durchmesser von etwa 15 m.
Mit ihren 600.000 Blättern verzehnfacht sie ihre 160 m² Standfläche auf etwa
1.600 m² Blattfläche.
Durch die Lufträume im Innern des Blattgewebes entsteht eine Zelloberfläche
für den Gasaustausch von etwa 16.000 m², entspricht der Fläche zweier Fußballfelder!
Die Leistung der Blattfläche pro Tag:18 kg CO2
verarbeitet dieser Baum an einem Sonnentag. Das
entspricht dem Kohlendioxidabfall von zweieinhalb Einfamilienhäusern. Etwa 13 kg Sauerstoff werden am
Tag vom Baum durch Photosynthese freigesetzt, was den Bedarf von zehn Menschen deckt.
Wenn dieser Baum gefällt würde, so müsste man 2.000 junge Bäume mit
einem Kronenvolumen von 1m³ pflanzen,
wollte man ihn
vollwertig ersetzen.
Die Kosten dafür dürften etwa 130.000 € betragen.